Siebtklässler sammeln erste Erfahrungen in der Berufswelt 03/2015

Eine Woche lang nahmen unsere Siebtklässler an der Maßnahme „Erweiterte vertiefte Berufsorientierung“ des bfz Passau (Berufliches Fortbildungszentrum der Bayerischen Wirtschaft) teil.

Folgende Ziele standen dabei im Vordergrund: Jugendliche sollen rechtzeitig für das Thema „Berufswahl“ aufgeschlossen, die Berufswahlkompetenzen der Schüler gestärkt und eine eigenverantwortliche und sachkundige Ausbildungs- und Berufsentscheidung vorbereitet werden. Die Maßnahmen sollen eine realistische Ausbildungs- und Berufswahl fördern und Fehlentscheidungen vermeiden helfen.

In verschiedenen Berufsfeldern lernten unsere Schüler praktische Inhalte kennen. Dazu wurden die Schüler in den Räumen und Werkstätten des bfz durch die Ausbilder in den Berufsfeldern Wirtschaft, Soziales und Technik angeleitet und betreut.
Die Schüler durchliefen in Gruppen alle drei Berufsfelder und konnten sich so praktisch erproben und ihre persönlichen Stärken, aber auch Schwächen, erfahren.
Im Bereich Metall fertigten die Schülerinnen und Schüler unter Anleitung des Ausbilders eine Uhr aus Metall. Anreißen, Ausschneiden, Entgraten und Feilen waren die auszuführenden Tätigkeiten. Dabei ging es um genaues, fach- und materialgerechtes Arbeiten.
In der Werkstätte Holz (Schreiner) leitete der Ausbilder die Schüler beim Bau eines Vogelhäuschens aus Sperrholzteilen an. Exaktes Arbeiten beim Messen, Sägen, Schleifen und Leimen war Grundvoraussetzung für das Gelingen des Werkstückes.
Im Bereich HoGa-Service (Hotel- und Gaststätten) mussten die Schüler und Schülerinnen ein Drei-Gänge-Menu für 15 Gäste vorbereiten, die Tische eindecken und auch den Service übernehmen. Dabei kamen ihnen die Vorerfahrungen zu gute, die sie seit September in der AG Kochen sammeln. Gemüse schneiden, Kartoffeln schälen oder Salate anrichten ist für unsere Schüler bereits „Tagesgeschäft“. Eine neue Erfahrung war jedoch der Zeitdruck, unter dem Profiköche grundsätzlich arbeiten.
Im Bereich Friseur/Kosmetik waren die Mädchen in ihrem Element. Hier konnten sie unter der Anleitung einer Friseurmeisterin ihre Kreativität an Puppenköpfen bei Frisierübungen und beim Eindrehen von Locken entfalten.
Für den Bereich Pflege hatten sich leider auch nur Mädchen als Interessenten gefunden. Da standen praktische Versuche in Erster Hilfe, sowie Tätigkeiten, wie sie in einer Arztpraxis anfallen auf dem Stundenplan.
Im Bereich Verkauf konnten die Schüler einen Handyladen einrichten und sich in Kundengesprächen als Verkäufer präsentieren.
Beim Kfz-Meister waren die Burschen in ihrem Element. Das Hallo war groß als eine schrottreifes Auto zum Zerlegen frei gegeben wurde. Die Schüler können nun die einzelnen Karosserieteile und Motorraumteile sicher benennen, und ein Auto auch wieder zusammenschrauben, ohne dass Schrauben übrigbleiben.
Im Bereich Lager/Logistik lernten die Schüler, dass Arbeit im Lager nicht nur bedeutet mit dem Gabelstapler irgendwelche Paletten herumzufahren, sondern dass in erster Linie die Bestellung und Bestandsaufnahme der Waren, aber auch Kundenreklamationen zur Arbeit eines Lageristen gehören.
Der letzte Vormittag war der Theorie vorbehalten. Die Schüler wurden für ihre ausdauernde Mitarbeit, ihr Interesse und Freundlichkeit gelobt. Es wurde ihnen aber auch eindringlich aufgezeigt, auf welche schulischen Qualifikationen es in den noch verbleibenden Schuljahren ankommt, um bei Bewerbungen Erfolg zu haben. Zusätzlich sollten sie jede sich bietende Gelegenheit nützen vielfältige Praktika zu durchlaufen.

Text und Bilder: Martina Gasser